Ein Fußballturnier mit ganz besonderen Regeln bringt Mütter und Kinder zusammen: Projekt Shakehands in Mühlhausen

IMG 4511Mühlhausen/Neudietendorf, 25. Oktober 2016.  Langzeitarbeitslosen Frauen und ihren Kindern soll mit einem neuen Projekt namens SHAKEHANDS gezielt geholfen werden. Am vergangenen Montag, den 10. Oktober 2016 und Freitag, den 21. Oktober 2016 trafen sich 20 Erwachsene und 45 Kinder in der Turnhalle der Margaretenschule in Mühlhausen, um eine intensive gemeinsame Zeit zu verbringen. Höhepunkt der Veranstaltungen war das Fußballturnier der Eltern-Kind-Mannschaften, das unter ganz besonderen Regeln gespielt wurde.

Neben den geschossenen Toren zählten nämlich auch faires Verhalten und gute Kommunikation zum Erfolg. Zudem durften nur die Kinder den Ball in die Tore kicken und den Eltern war es verboten, in den eigenen Abwehrbereich einzudringen. Erwachsene und Kinder konnten so Selbstwirksamkeit, Selbstkompetenzen und Selbstverantwortungen erleben und wahrnehmen. Im Anschluss sprachen Eltern und Kinder separat über ihre Erfahrungen und lernten Methoden für eine wertschätzende Kommunikation in der Familie kennen.
Parallel zu diesem Turnier fanden zusätzliche Bewegungs- und Spielangebote statt, um eine gute Zusammenarbeit zu erproben: die Kinder ließen sich mit verschlossenen Augen von den Kommandos der Mütter navigieren, sie bauten gemeinsam einen Turm aus Holzkötzern, der nur mittels Fäden berührt werden durfte oder sie transportierten Kugeln durch Rohre zum Ziel. Das bereitete den Teilnehmenden große Freude und entwickelte einen guten Zusammenhalt in den Familienteams.

Weil alle Gewinner sind, erhielt jede Mannschaft zum Abschluss ein besonders schönes Geschenk: der Fairplay-Stern, der für hervorragendes faires und gemeinsames Miteinander auszeichnet.

Träger des Modellprojekts sind die Deutsche Soccer Liga e.V. und der PARITÄTISCHE Thüringen in Kooperation mit der AOK PLUS. Hintergrund für das Projekt ist die Tatsache, dass Langzeitarbeitslosigkeit nicht nur den Ausschluss vom Arbeitsleben bedeutet, sondern auch gesundheitliche und familiäre Belastungen in sich trägt.
Das zweitägige Vorhaben ist ein Baustein der verhaltens- und verhältnispräventiven Gesundheitsförderung, die für die langfristige Reintegration in den Arbeitsmarkt von Bedeutung ist. „In unseren Gesprächen mit erwerbslosen Frauen und Männern, erfahren wir zunehmend von gesundheitlichen Einschränkungen, die den Körper als auch das psychische Befinden erheblich beeinflussen. Neben dem Ausschluss vom Arbeitsleben geraten viele Langzeitarbeitslose eben auch in die soziale Isolation und finden sich in ihrem Leben immer schwerer zurecht. So verlieren nicht selten auch die Eltern die intensive Bindung zu ihren Kindern“, erklärt Michaela Lachert, Projektreferentin des PARITÄTISCHEN Thüringen.

Die Langzeitarbeitslosen sind Teilnehmerinnen der Thüringer Initiative zur Integration und Armutsbekämpfung – Nachhaltigkeit (TIZIAN) und werden durch die Projekte des Bildungswerks der Thüringer Wirtschaft e.V., Bildungszentrums Handel/Gewerbe/Freie Berufe e.V., Berufsfortbildungswerks GmbH und der Akademie für Wirtschaft und Technologie GmbH bei der sozialen, gesellschaftlichen und beruflichen Teilhabe unterstützt.

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